Stellungnahme der Ortsfeuerwehren Seedorf und Jelmstorf zur aktuellen Diskussion um Feuerwehrhäuser

Was halten die freiwilligen Feuerwehrkameradinnen und Feuerwehrkameraden in Ihrer Tätigkeit im Ehrenamt als Belastung noch alles aus ?
Mit ungefähr diesem Gefühl mussten wir am vergangenen Wochenende den Artikel „Rotstift bei der Feuerwehr“ in der AZ lesen.
Wir sind eine der Feuerwehr-Kooperationen, die sich, wie im Feuerwehrbedarfsplan aus 2018 vorgeschlagen wurde, gebildet hat.
Seitdem stellen wir (FF Seedorf & FF Jelmstorf) in unserem Ausrückbereich eine schlagkräftige Feuerwehr da, dieses natürlich nur mit vielen ehrenamtlichen freiwilligen geleisteten Stunden der Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner.


Damit es zu dieser Kooperation kam, wurden in vielen Arbeitsstunden ein gemeinsames Konzept für FF Jelmstorf und FF Seedorf erstellt. Es wurden viele Gespräche mit allen Kameradinnen und Kameraden für diese zukünftige Gemeinschaft geführt. Die Ausbildung musste auf eine neue Strategie aufgestellt werden. In unserer Freizeit haben wir nach einem neuen Standort für unser gemeinsames Feuerwehrhaus gesucht.
In dem Feuerwehrbedarfsplan aus dem Jahr 2018 wurde für unsere Kooperation die Beschaffung eines Löschgruppenfahrzeuges ( Wert ca. 350.000,- € ) vorgeschlagen.
In unseren Kommandos der FF Seedorf und FF Jelmstorf waren wir uns einig, dass dieses Fahrzeug nicht unbedingt beschafft werden muss und wir an unsere Feuerwehrführung herangetragen haben, dass auch der Kauf eines Mittleren Löschfahrzeuges (MLF) für uns ausreicht. Dieses ist ca. 100.000,- € günstiger. Auch für dieses Fahrzeug wurden viele Stunden Gespräche geführt und schließlich wurde das kleinere Fahrzeug bestellt.
Gleiches gilt für das neue Feuerwehrhaus, welches in Jelmstorf, gebaut werden soll. Hierfür wurden immer wieder Gespräche in der Kooperation und in der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf geführt. Viele Gespräche, viele Vorbereitungsaufgaben, die von uns geleistet worden waren.
Feuerwehr ist eine Herzensangelegenheit, für alle, die in den letzten Jahren zu dieser Entwicklung in unserer Kooperation beigetragen hatten. Gleiches gilt auch für die anderen Ortswehren in der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf.
Mit dem Feuerwehrhaus und dem Fahrzeug gestalten wir die Zukunft der Feuerwehr in der Gemeinde Jelmstorf und in Seedorf. Unser Blick galt auch darauf, dass alle gestellten Aufgaben noch in den nächsten 10-20 Jahren abgearbeitet werden können und wir auch mittels Ausbildung diesem immer gerecht bleiben. Dafür mussten wir für die Mannschaft den schmalen Grat der Freiwilligkeit und der Mindestaufgabenerfüllung finden.
Auch hinsichtlich weiterer Kameradinnen und Kameraden, die in Zukunft in diese Feuerwehr eintreten sollen und freiwillig, in ihrer Freizeit, ihren Dienst an der Gesellschaft leisten wollen.
Eine große Aufgabe, der wir uns in vielen Sitzungen, mit vielen Stunden gewidmet haben.

Es sind neue Aufgaben und Einsatzgebiete für alle Kameradinnen und Kameraden hinzugekommen. Unsere Aufgabe in der Kooperation war auch den Ehrgeiz in der Mannschaft hochzuhalten, obwohl die Gespräche des Samtgemeinderates für die Fahrzeuge und die Feuerwehrhäuser immer zäh und nur langsam vorankamen.
Und nun das ?!
Die Motivation ist mit einem Artikel am Boden zerstört und führte am Wochenende zu sehr vielen Diskussionen in unserer Ortswehr. In vielen Gesprächen hörten wir bei unseren Mitgliedern den Frust heraus und stellte die freiwillige Bereitschaft kurzfristig auf „wacklige Beine“.
Warum erschwert uns die Politik mit solch einem Artikel die Arbeit und Motivation ?
Mit welchem Grund tritt sie unsere freiwillige Arbeit und die bereits geleistete Arbeit der Kooperationen mit Füßen ?
Welchen Wert hat unsere Tätigkeit in diesen Augen der Politiker aus diesem Artikel ?
Dieses fragen sich heute viele Feuerwehrkameradinnen und Feuerwehrkameraden unserer Kooperation, die heute bereit sind, in ihrer Freizeit, freiwillig und ohne Entlohnung zum Feuerwehrdienst und/oder Einsatz zu kommen !
Wir sind das ausführende Organ, der in der Verantwortung stehenden Politiker der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf, wenn es „heiß“ wird. Wir stehen auf der „nasskalten“ Straße, wenn jemand auf der Bundesstraße nachts in Not gerät. Wir sind die Frauen und Männer, die freiwillig heute, zu jeder Tag- und Nachtzeit helfen.
Dieses tun wir mit den kleinsten Mitteln und das seit vielen Jahren.
Der Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Jelmstorf würde für die Ortswehr bedeuten, dass wir unsere Einsatzkleidung nicht mehr zu Hause lagern müssten. Wir, nach einem Brandeinsatz, im Feuerwehrhaus uns waschen könnten, uns von den Schadstoffen aus einem Einsatz befreien können und nichts mehr mit nach Hause nehmen. In unserem Fall, in dieser Jahreszeit, bei einem Brandeinsatz schneller vor Ort sein könnten, denn im Winter müssen wir unsere Atemschutzgeräte, zum Schutz vor Frost, im Schulungsraum aufbewahren und im Einsatzfall das Feuerwehrfahrzeug erst mit diesem Geräten bestücken.
Nur als Randbemerkung: Wir fahren immer noch zum Brandeinsatz ohne Löschwasser auf den Fahrzeugen, gerade bei Vegetations-/Waldbränden und Fahrzeugbränden auf der Bundesstraße, außerhalb der Ortschaften, ein echtes Problem.
Ganz davon abgesehen, dass das Jelmstorfer Fahrzeug nur mit eingeklappten Außenspiegel den Weg ins Feuerwehrhaus findet. Unser Haus ist zu klein.
So sieht das nicht nur bei uns aus, der allgemeine Zustand der Feuerwehren in der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf sorgt nicht für einen großen Ansturm von Neumitgliedern bei der Feuerwehr, da die Zustände teilweise echt beklemmend sind. Es gibt bis heute Feuerwehrhäuser ohne Toilettenanlagen.
Diesen Missstand wollte die Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf mit dem Feuerwehrbedarfsplan angehen. Aus unserer Sicht der richtige Weg.
Nun aber wollen wenige Politiker erneut die Entwicklung verzögern und werden somit weiter dafür sorgen, dass die Feuerwehren weiterhin nicht zeitgemäß sind. Dieses erschwert uns die Arbeit für die heutigen Feuerwehrkameradinnen und Feuerwehrkameraden, und erst recht die der zukünftigen Mitglieder.
Das Ortskommando Feuerwehr Seedorf und Ortskommando Feuerwehr Jelmstorf.